Donnerstag, 3. April 2014

Kolkata!

 

Ungefähr eine Stunde mit dem Lokalzug entfernt von Mankundu liegt Kolkata, die riesige Stadt in dessen Umland mehr als 14 Millionen Menschen leben. Da ich dort auch gerne mal Zeit verbringe, hab ich mich entschlossen, mal einen kleinen Eintrag über diese Stadt zu schreiben.
Wenn ich mit dem Zug in Howrah, einem großen Bahnhof, ankomme, muss ich zunächst den Hooghly, einem Mündungsarm des Ganges überqueren, um in die Innenstadt Kolkatas zu gelangen. Neben der Howrah Bridge, der angeblich meistbenutzte Brücke der Welt, wähle ich immer wieder gerne dafür die Fähre, welche entspannt und ohne Stau über den Fluss schippert und einem dabei der Wind um die Ohren geblasen wird. Kolkata selbst hat einfach unglaublich viele Plätze, wovon ich erst einen Bruchteil gesehen habe.
Zum einem gibt es da BBD Bag, quasi das Regierungsviertel, wo das Writers‘  Building liegt, der Sitz der westbengalischen Regierung. Auch das G.P.O (die Hauptpost) und die breit angelegten Straßen, lassen schnell vermuten, dass diese Gegend stark von der britischen Kolonialherrschaft geprägt wurde.
Relativ nah kommt dann der New Market, eine große Markthalle, wo man von Kleidung, Gemüse, Postkarten, Fleisch, Spielzeug ziemlich viel bekommt. In dieser Gegend um die Sudder - und Park Street trifft man auch häufig mal den ein oder anderen Touristen und es haben sich einige Hotels angesiedelt. In der Park Street gibt es neben zahlreichem Fast Food, einem großem Buchladen auch noch einige Bars, die wir schon einige male besucht haben. In einem Lokal gibt es scheinbar jeden Abend Jazz von einem Altsaxofonisten und einem Pianisten. Als ich das entdeckt habe, war ich erstmal ziemlich begeistert und habe mir auch den einen oder anderen Standard gewünscht. Absolut einer meiner Lieblingsplätze in Kolkata ;).
In dem Viertel um den Lalbasar, gibt es zahlreiche Instrumentenläden wo auch z.B. auch Sitars und Tablas hergestellt werden. Kolkata scheint auch bekannt für seinen Instrumentenbau zu sein.
Mitten in Kolkatas Innenstadt erstreckt sich der Maidan, eine große Parkanlage bzw. Rasenfläche, wo über den Tag des Öfteren Cricket gespielt wird. Cricket ist wohl der populärste Sport in Indien und auch Kolkata hat ein riesiges Stadion, das 100.000 Zuschauer fassende Ranji Stadium. Als Heimspielstätte der Kolkata Knight Riders war es eigentlich mal unser Plan mit unserem Gastbruder ein Spiel zu besuchen, doch leider gab es in der letzten Saison wohl einen riesigen Korruptionsskandal, sodass dieses Jahr kein Spiel dort ausgetragen wird. Sehr schade.
Eine der Hauptattraktionen von Kolkata ist das Victoria Memorial, welches am Maidan liegt. Dabei handelt es sich um ein ziemlich nutzloses Gebäude zu Ehren der Königin Victoria, um dem britischen Empire ein Denkmal zu setzen. Es ist eines der wenigen kolonialistischen Gebäude in Kolkata, die bisher noch nicht umbenannt worden sind. Jetzt beherbergt der Prunkbau ein Museum und der angeschlossene Park wird von zahlreichen Leuten zum Entspannen benutzt.
Einiges weiter südlich befindet sich dann Kalighat, ein bedeutungsvoller hinduistischer Tempel, welcher der Göttin Kali geweiht ist.
Auf der anderen Uferseite des Hooghly  gibt es einen Botanischen Garten, den Mira, Niels und ich ungefähr vor zwei Wochen mal besucht haben. Dort gibt es einen Banyantree, ein riesiger Baum, der auf den ersten Blick wie ein Wald aussieht. Vom seinen Ästen aus wachsen nämlich immer neue Wurzeln in den Boden und da sein Hauptstamm auch noch irgendwann einmal einem Sturm zu Opfer gefallen ist, sieht man einfach kein Anfang und kein Ende. Im Park an sich ist es auch wunderbar ruhig in einer hektischen Großstadt. Deshalb bin ich nach einem Ausflug auch immer wieder froh im harmonischen Mankundu zu sein :)!

Herzliche Grüße!

Hannes

Banyantree
Victoria Memorial
Wer Bücher kaufen will geht zur Collegestreet
Ranji Stadium
Die Staatsmacht
Street Food
Writers' Building

Samstag, 1. März 2014

Halbzeit!

 

Ziemlich genau vor zwei Wochen war nun das unspektakuläre Ereignis, was mich gleichzeitig schon mal zurückblicken als auch vorrausschauen ließ. Die genaue Halbzeit meines Aufenthalts hier, das bedeutet fünfeihalb Monate in Mankundu. Um ehrlich zu sein hat mich das beim längeren drüber nachdenken richtig traurig gemacht, wenn ich bedenke, was ich hier gern noch alles machen würde bzw. wen ich gerne noch besser kennenlernen würde. Auf der anderen Seite habe ich bisher eine schöne und erfahrungsreiche Zeit verbracht und kann mich auf die zweite Halbzeit freuen. Außerdem sind immer noch ca. fünf Monate Zeit bis zu meiner Rückkehr, also warum darüber jetzt schon den Kopf zerbrechen?

Themenwechsel:
Als wir neulich irgendwann nichts ahnend an unserem Esstisch saßen, entspannt in Bücher versunken waren, hörten wir jemand hurtig die Treppe vom Dach runterlaufen und erwarteten Tunka. Plötzlich kam ein ziemlich großer Affe stolz um die Ecke marschiert, blieb vor unserem Tisch stehen und schaute uns überrascht zu. Mit einmal schnellte sein langer Arm hervor, stahl eine geschlossene Toastpackung von unserem Tisch, spurtete die Treppe hoch und verschwand auf dem Dach.
Nachdem wir in schallendes Gelächter ausgebrochen waren, rannten wir hinterher nach oben und sahen den Dieb unerreichbar für uns auf dem höchsten Punkt des Hauses genüsslich seine Beute verspeisen. Tja, wer teilt nicht gern sein Brot :).

Beste Grüße!

Hannes
Guten Appetit!

Freitag, 31. Januar 2014

Schaukeln und gesunde Zähne.

 

Zeit mal wieder etwas zu berichten.
Am 5. Januar fand wohl das Großereignis von Human Wave in jedem Jahr statt – die Annual Cultural Function. Das ist quasi ein großes Fest, wo alle Tutorials mit Beiträgen der Dancing Class, Drama Class oder auch Brotochary vertreten sind. Dabei geht es weniger um die Qualität der Beiträge, als das möglichst viele Kinder beteiligt sind und auf der großen Bühne stehen können. Das gibt natürlich ordentlich Selbstbewusstsein für Eltern und SchülerInnen. Ich glaube für alle Beteiligten ist diese Veranstaltung ein absolutes Highlight und das freut mich natürlich besonders für die Kinder. Ich war wirklich erstaunt wie gut und selbstbewusst die Meisten aufgetreten sind, speziell die Drama Class und die älteren Tänzerinnen haben unglaublich viel Spaß und Freude an ihrem Tun ausgestrahlt.
Zusätzlich wurden noch aus jedem Tutorial diverse Kinder für z.B. regelmäßiges Kommen oder gute Leistungen ausgezeichnet und konnten stolz unter den Augen ihrer Eltern einen Preis in Empfang nehmen.
Wir Freiwilligen leisteten auch einen Beitrag und sangen gemeinsam mit unserer Gesangslehrerin den Song „Anananda Loke“ vom bengalischen Nobelpreispoeten Rabindranath Tagore. Im Übrigen sind wir jetzt noch zwei Leute mehr geworden bei unserer netten Gastfamilie. Jakob und Chanel aus den U.S.A werden hier auch einige Monate verweilen, um Freiwilligenarbeit zu leisten und die Beiden haben auch gleich mal mitgesungen.

Im Tutorial hat mit dem Jahreswechsel auch das neue Schuljahr angefangen, sodass jetzt alle eine Klasse höher sind. Nach wie vor macht es mir Spaß zu unterrichten, was vor allen Dingen an den lieben Kindern liegt.
Als wir am Anfang des Jahres von Niels Eltern kurz Besuch hatten, brachten diese doch glatt 140 Zahnbürsten für die Tutorials Lalkuthi und Ardashanagore mit, sodass wir ein Oral Health Camp organisierten. Dafür kam einen Morgen ein Zahnarzt ins Tutorial und erklärte den aufmerksamen SchülerInnen, wie und warum man Zähne putzt. Am Ende bekam jedes Kind eine Zahnbürste und es gab ein gemeinsames großes Putzen. Das war wirklich eine gute und gelungene Aktion denke ich, teilweise hatten die Kinder nämlich vorher keine Zahnbürste, da dafür in den Familien wohl nicht so die Notwendigkeit gesehen wurde.
Am 25. Januar gab es dann wohl ein weiteres Highlight für die Kinder in Lalkuthi: der Exposure Visit. Das ist quasi der alljährliche Wandertag, dieses Jahr in den etwa eine Stunde entfernten Maliya Park, eine Art Freizeitpark mit Spielplatz usw.. Schon als wir früh ankamen waren die Kinder teilweise total aufgeregt und hatten sich extra schick gemacht für diesen besonderen Anlass. Wir fuhren dann zu dreißigst auf der Ladefläche eines Kleintransporters, was für uns genauso aufregend war wie für die Kinder. Das Human Wave Banner hatten wir vor die Motorhaube gespannt und in Kombination mit der kreischenden Meute zogen wir wirklich alle Blicke am Straßenrand auf uns, was wohl die beste Werbung für Human Wave überhaupt ist. Angekommen, spielten und tobten alle etwa 5 Stunden in diesem Park, es gab Eis und vor der Abfahrt auch noch Mittagessen. Irgendwie war nahezu kein Kind in der Lage sich selber auf der Schaukel anzuschubsen, was bei mir fast zu Muskelkater am nächsten Tag geführt hätte. Fast eine Stunde am Stück kann da schon verdammt anstrengend werden :). Auf der Rückfahrt waren alle dann so ausgepowert und müde, dass einige SchülerInnen sogar trotz der holprigen Fahrt eingeschlafen sind. Insgesamt ein wunderbarer Tag für alle Anwesenden.
Im Februar steht dann schon wieder das nächste Ereignis im Tutorial an: Saraswati Puja. Saraswati ist die Göttin der Bildung und wird deshalb in den meisten Schulen an diesem Tag gefeiert.
Soweit erstmal wieder die besten Neuigkeiten aus Mankundu.
Sonnige Grüße mit milden 23°C tagsüber im kältesten Monat des Jahres!

Hannes

„Wo man singt, da laß' dich ruhig nieder,
böse Menschen haben keine Lieder."
 - Johann Gottfried Seume -

Zähneputzen

... selbst für harte Jungs mal gut!

auf geht's zum Maliya Park!

Montag, 6. Januar 2014

Eine große Reise.

 

Nun bin ich schon wieder fast eine Woche zurück und es ist inzwischen schon wieder so viel passiert, dass es mir schwer fällt, etwas über unsere große Reise zu berichten.
Wir haben viele Plätze gesehen, Eindrücke bekommen, Fotos gemacht und Menschen kennengelernt. Wenn man drei Wochen aus seinem Rucksack lebt, freut es mich aber auch wieder sesshaft im so vertrauten Mankundu zu werden. Fast ausschließlich sind wir in touristisch frequentierten Orten gewesen und die prasselnden Eindrücke drücken sich in einer Dauermüdigkeit aus.
In Erinnerung bleiben wird mir Vieles, was haben wir erlebt?:
Zunächst waren wir im Bundesstaat Rajasthan und schaute uns dort diverse Städte an.
Eklig und zugleich faszinierend ist der so genannte Rattentempel in Bikaner, einer Stadt in Rajasthan. Dort gibt es eine Legende, wonach irgendein Gott oder ein Mensch in der Inkarnation einer Ratte zu diesem Ort zurückkehren wird, weshalb alle Ratten, die in diesem Tempel leben, gefüttert werden. Während wir da so barfuß zwischen den Tierchen herumpatschten, sahen wir sogar eine der seltenen weißen Ratten, was angeblich Glück bringen soll. Mal sehen wie lange es anhält :).
Besonders gefallen hat mir Udaipur, eine Stadt zwischen Bergen am See. Dort gibt es das berühmte, schwimmende Lake Palace Hotel, wo auch schon ein James Bond Film gedreht wurde, der gefühlt in jedem zweiten Lokal für die zahlreichen Touristen gezeigt wird. Generell hatte ich den Eindruck, dass zumindest in den großen Städten Rajasthans viele Menschen vom dem starken Tourismus leben und sich vielleicht auch deshalb eine größere Mittelschicht in den Orten gebildet hat. Aufgefallen sind mir nämlich z.B. viele Privatwagen, die man in der Umgebung Mankundus nur selten erblickt. Aber eigentlich steht mir nach einem nur zweiwöchigen Aufenthalt da überhaupt kein Urteil zu.
Zu Weihnachten sind wir dann nach Delhi gefahren, eigentlich mit dem Plan, zu einem Gottesdienst von einem deutschen Pfarrer dort zu gehen, den wir zuvor in Kolkata einmal kennengelernt hatten. Leider wurde daraus wegen unserer Zugverspätung nichts. Dafür haben wir dann Heiligabend mit Niels Eltern verbracht, die jetzt zu dieser Zeit auch nach Indien gekommen waren. Wir sangen gemeinsam Weihnachtslieder, es gab mitgebrachte Stolle und sogar eine Bescherung. Das war sehr schön.
Nach den Weihnachtsfeiertagen sind wir noch für einen Tag nach Agra gefahren, natürlich auch um das Taj Mahal zu sehen. Ja, man brauch eigentlich nur „Indien“ zu googeln, um dessen Schönheit bewundern zu können, aber ich kann euch sagen, dass man erst live erkennt, warum es das meistfotografierteste Gebäude der Welt ist :). Die Geschichten und der Größenwahn, die mit diesem Mausoleum zusammenhängen, bringen mich immer wieder zum zynischen schmunzeln. Errichtet für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal, gilt dieses Prunkwerk als Zeichen für unvergängliche Liebe, obwohl er noch 72 weitere Gattinnen hatte! Weiterhin ließ er im Wahn nach perfekter Symmetrie und damit Schönheit, eine Moschee, welche sich daneben befand, auf der anderen Seite genauso abbilden. Da diese aber nun nicht nach Mekka zeigt, kann sie nicht als solche genutzt werden und steht seitdem einfach nur so rum.
Auf dem Rückweg nach Kolkata machten wir dann noch einen Stopp in Varanasi, der heiligsten Stadt für Hindus. Zu dieser Stadt am Ganges mit ihren zahlreichen Ghats und Tempeln pilgern jährlich viele Menschen, nicht zuletzt, um dort zu sterben. Denn wer in Varanasi stirbt und an einem der zahlreichen Ghats verbrannt und in den Ganges geschüttet wird, durchbricht den Kreislauf der Wiedergeburt. Mark Twain beschrieb das besondere Flair der Stadt einmal so:
„Benares ist zweimal so alt wie Geschichte, Überlieferung und Sage zusammengenommen.“

Das nehme ich jetzt einfach mal als Schlusswort :).
Liebe Grüße und frohes neues Jahr!

Euer Hannes

Gut gekaut ist halb verdaut
Sandwüste
neue Freunde
im Rattentempel
Hier wurde "Octopussy" gedreht
Hier wurde "Slumdog Millionair" gedreht
Varanasi

Freitag, 6. Dezember 2013

Das Fest naht...

 

... und wenn es das Klima schon nicht tut, bringt man sich eben selber in Weihnachtsstimmung mit Plätzchen backen und essen. Am Montag beginnen die großen Winterferien und wir Vier werden dann verreisen und das Fest in New Delhi verbringen. Deshalb noch schnell liebe Grüße und:

Fröhliche Weihnachten!

euer Hannes
 

Montag, 11. November 2013

Der Nachmittag.

 

Da die letzten Wochen relativ normaler Unterricht stattfand (was ist schon normal?), hab ich beschlossen in diesem Eintrag mal auf die Nachmittagsveranstaltungen einzugehen, an denen wir jetzt regelmäßig teilnehmen.
Jeden Montag, Mittwoch, Freitag findet in Lalkuthi Brotochary statt. Das ist so eine Art spielerische Kulturvermittlung, wo mit den Kindern hauptsächlich Lieder mit Tanz gesungen oder Spiele gespielt werden. Wir haben dort jetzt schon öfter teilgenommen, auch in Adarshanagore, dem Tutorial, wo Niels und Johanna arbeiten. Das Ganze wird immer von einer älteren Schülerin angeleitet. Wenn wir dort mitmachen hat dies zwar nicht direkt einen Nutzen, zumal wir die bengalischen Lieder größtenteils nicht können, aber wir können auch die Kinder motivieren mitzumachen. Was dabei vermittelt werden soll, nennt Tapas immer „Cultural Skills“, die Human Wave auch als sehr wichtig erachtet, denn so können die Kinder auch den Wert der Bildung erkennen.
Das Zweite ist die Drawing Class, die unsere Vorgängerfreiwilligen glaub ich gestartet haben und wir jetzt wieder aufgegriffen haben. Jeden Dienstagnachmittag fahren Mira und ich dann nach Lalkuthi, wo wir Stifte und Mandalas bzw. Papier zu Verfügung stellen und die Kinder malen können, wenn sie möchten. Niels und Johanna machen das Gleiche auch mittwochs in Adarshanagore, wo ich auch schon manchmal mitgekommen bin.
Am Donnerstag veranstalten wir jetzt auch die ABC – Class, auch eine Idee unserer Vorgänger, wo wir mit denjenigen Schüler/innen, welche das Alphabet noch nicht so richtig beherrschen am Nachmittag nochmal üben. Das ist denke ich echt sinnvoll, da diese Kinder dann auch meistens in ihren Klassen zurückhängen.
Am Samstag findet immer die Dancing Class statt, wo bisher nur spartanisch mal hingehen, da es ja alleine läuft und wir da jetzt nicht so den großen Nutzen bringen.
Am Montag und Freitag haben wir immer noch eine ganz spezielle Class: die German Class. Das bedeutet nur, dass wir unseren Gastgeschwistern Mimi und Tunka Deutsch beibringen, weil sie das gerne lernen würden, da sie beide wahrscheinlich mal nach Deutschland kommen werden. Mimi hatte auch schon mal einen Deutschkurs im Goetheinstitut Kolkata und kann deshalb auch schon ein bisschen was. Jetzt müssen wir uns zukünftig wohl davor hüten, was wir sagen :D.

Daneben waren die letzten Tage auch schon wieder geprägt von zahlreichen Feierlichkeiten. Wer jetzt denkt, eigentlich sind wir hier nur am Feiern, der hat auch gewissermaßen Recht, da jedes Jahr von September bis November die „Festivalsaison“ ist.
Letztes Wochenende war Diwali, das Lichterfest. Dazu wurden dann alle Häuser mit bunten Lichterketten, Kerzen usw. geschmückt, denn über dem hellsten Haus wird Glück herbeikommen. Nachdem vor allen Dingen Samstag auch jede Menge Feuerwerk in die Luft geschossen wurde, war am Sonntagabend dann ein Feuerwerkscontest in Mankundu, wo jeder der möchte mit seiner selbstgebauten Fontäne mitmachen konnte. Die waren dann auch richtig groß, schätzungsweise bis zu 15m. Das sah echt gut aus und in Deutschland könnte man so was wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen schon gar nicht zu Gesicht bekommen :D.
Am Dienstag war dann Bhaiphota, ein Tag, wo die Schwestern ihre Brüder segnen, indem sie einen Punkt auf die Stirn und Reis und Gras auf den Kopf bekommen. Dieser wird auch im Tutorial zelebriert, wo die Kinder sich gegenseitig segnen. Die Begriffe Schwester und Brüder werden da sehr weit gefasst, so bekam ich doch gleich vier Segnungen von vier Balwadikindern, da mehr Mädchen als Jungs anwesend waren. Es gab dann auch noch für alle einen wahren Festschmaus aus Mishti, das sind wirklich sehr süße Süßigkeiten und Kartoffelchips für alle. Zu Hause wurden wie alle vier dann auch nochmal von Ratna gesegnet, was wirklich mit zu viel Mishti verbunden war.
Momentan ist gerade noch Jagahatri Puja, doch davon werde ich später mal berichten!
Liebste Grüße!

Hannes

Drawing Class in Adarshanagore

Bhaiphota in Lalkuthi

Segnung

Diwali